Heute vor einem Jahr zerstörten die zur Finsternis verdammten Asmodier mein Leben. Ihre Daeva erschienen aus dem Nichts und drängten sich durch einen Riss in unsere Welt, Sekunden, nachdem unsere Legionäre sie verlassen hatten. Die Feiglinge. Sie metzelten die Bewohner meines Dorfes an Ort und Stelle nieder. Die Tapfersten unter uns versuchten, sich dem Angriff entgegenzustellen, doch welche Chancen hatten sie gegen diese Unsterblichen? Ich rannte. Ich schäme mich nicht, es zuzugeben. Ich rannte und versteckte mich, während die asmodischen Invasoren meine Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder massakrierten.
Wir müssen uns an solche Taten erinnern. Indem wir darüber nachdenken, trennen wir die Rechtschaffenen von den Verruchten.
Als ich zu meiner Siedlung zurückkehrte, half ich dabei, die Toten zu begraben. Ich fragte mich immer wieder: „Warum macht jemand so etwas?" Zu jenem Zeitpunkt erkannte ich, wie wenig ich über unsere Geschichte wusste. Ich betrieb Nachforschungen, um herauszufinden, was vor so vielen Jahren vorgefallen war und was die Elyos zum Krieg gegen jene trieb, die sie einst als ihre Brüder betrachtet hatten. Auf diesen Seiten findet Ihr alles, was ich über Atreia, jene von uns, die in diesem geheiligten Land lebten, und jene, die noch immer hier leben, herausgefunden habe.
Sind wir ein überhebliches Volk? Vielleicht. Ich habe bei den Elyos Überheblichkeit im selben Ausmaß wie Wärme und Großzügigkeit gesehen. Die Asmodier jedoch sind hart und grausam. Sie haben mich mein eigenes Blut schmecken lassen. Ist es nicht offensichtlich, dass diese Kreaturen, diese abscheulichen Monster, von Aion verflucht wurden? Sind wir Elyos nicht gesegnet? Spiegeln die beiden Völker das Land, in dem sie überlebt haben, wider oder sind wir vielmehr Abbilder voneinander? Ich weiß es nicht.
Mein Name ist Rafaela und dieses Buch enthält meine Nachforschungen. Ich kann nur hoffen, dass Ihr meine Aufzeichnungen nützlich findet, und dass sie Euch dabei helfen werden, diese einst wunderschöne und nun zerstörte Welt von den Asmodiern, die sie befallen haben, zu befreien.


