Ich bin eine Elyos; ich gehöre zu dem Volk, das sich auf der unteren Hälfte Atreias wiederfand. Wir gaben unserer neuen Welt den Namen Elysea. Anfangs waren unsere Augen geblendet vom Licht des nahen Sterns, das so erbarmungslos brannte, verglichen mit dem kühlen Leuchten, das unser Turm einst abgegeben hatte. Doch schon bald passten wir uns an und feierten die neue Welt, die unsere Heimat geworden war. Unser Volk richtete den Blick himmelwärts auf die dunklen Überreste des alten Atreia, die sich langsam drehten und verzweifelt nach unserem prächtigen Zufluchtsort griffen.
Das Licht, das von unserem neuen Stern ausging, war wunderbar. So wie es unsere einst so kargen Felder in üppiges Weideland verwandelte, so machte es auch uns zu anmutigen Wesen. Die Haut der Elyos erstrahlte mit Lebenskraft, und die Herzen der Elyos schlugen fest und regelmäßig. Es dauerte nicht lange, bis wir vollständig auf die Beine gekommen waren. Einige von uns waren schnell davon überzeugt, dass all dies von Aion vorherbestimmt war. Wir waren die Elyos, Aions Auserwählte, und unser Gott hatte uns ein Paradies geschenkt! Nicht einmal die Balaur konnten unserer neuen Welt etwas anhaben. Von Ariel erfuhren wir, dass sie von Siel und Israphel in unergründliche Tiefen verbannt worden waren, ehe die beiden edlen Daeva ihr eigenes Leben hingeben mussten.
Die fünf empyrianischen Gebieter, von Siel und Israphel geschickt, nahmen uns in ihre Obhut und nannten sich nun „Seraphengebieter". Unsere Seraphengebieter berichteten uns von ihren Anstrengungen und davon, wie die anderen fünf empyrianischen Gebieter die Balaur beleidigt und zu einem weiteren Konflikt provoziert hatten. Unsere einst so stabile und harmonische Welt war von den Handlungen der anderen vier empyrianischen Gebieter und ihres vermaledeiten Anführers, Lord Azphel, in zwei Teile gerissen worden.
Wir begannen mit dem Wiederaufbau unserer Leben. Wir errichteten eine wundersame neue Stadt, eine prächtige Schöpfung, die unserer Welt und der unserer Gebieter angemessen war, und nannten sie Sanctum. Wir verschworen uns der Verteidigung unserer neuen Heimat und unsere Seraphengebieter stellten die stärksten Daeva als ihre Wächter ab.
So vergingen etliche Jahrhunderte. Wir lebten im Frieden und allmählich wuchs unser Wohlstand.


