Wir waren sprachlos. Sprachlos, weil wir nicht verstehen konnten, wie jemand in diesem verwüsteten, eisigen Ödland über uns überleben konnte, und sprachlos, als wir sahen, was aus den Asmodiern geworden war. Wir mobilisierten unsere Legionen schnellstmöglich und bereiteten uns auf einen Krieg vor.
Aion stellte unsere Entschlossenheit jedoch mit einer weiteren Prüfung auf die Probe. Ein weiteres stabiles Portal öffnete sich und entfesselte ein Grauen, das wir gehofft hatten, nie wieder sehen zu müssen: die Balaur. Sie verloren keine Zeit, um ihre Truppen zu mobilisieren und riefen die Krall und die Mau zurück an ihre Seite. Schwächere Völker wurden einfach unterjocht. Die Wut der Balaur war schlimmer als je zuvor und wir waren es nun, die die volle Wucht ihres Zorns ertragen mussten.
Unserer Welt, dem Land, in dem wir leben, war mit Siels und Israphels Opfer eine äußerst dünne Rettungsleine zugeworfen worden. Wir glaubten, dass sie uns retten und schließlich die Möglichkeit geben würde, unseren Sieg über den asmodischen Feind auszukosten, einen Feind, der es einst gewagt hatte, uns als Brüder und Schwestern zu bezeichnen. Diese naive Hoffnung verflüchtigte sich jedoch einer Dampfwolke gleich, als wir zufällig etwas Grauenhaftes entdeckten.
Atreia stirbt. Unsere Welt verliert durch den Abyss ständig an Äther. Wenn wir diese Blutung nicht hemmen, wird Atreias ätherische Lebensquelle bald erschöpft sein. Unsere Welt, die einzig und allein von Siels und Israphels letztem Opfer zusammengehalten wird, steht im Begriff auseinanderzufallen. Die leeren Hälften, die diesen großartigen Planeten einst bildeten, werden durchs All treiben - kalt und leer bis in alle Ewigkeit. Sämtliches Leben wird im Handumdrehen ausgelöscht werden, und alles was wir erreicht, alles wofür wir so hart gearbeitet haben, wird für immer verloren gehen.
Fieberhaft begannen unsere Priester und Theologen, nach einer Lösung zu suchen - und wir fanden eine.
Der Abyss ist ein Echo des großen Turmes der Ewigkeit, der einst stolz im Zentrum unserer Welt aufragte. Er verdankt seine Existenz einzig und allein den unermesslichen arkanen Kräften, die nach wie vor zwischen den beiden Turmresten schwingen. Es handelt sich dabei um ein unnatürliches Energiefeld ähnlich jenem, das zwischen den beiden Polen eines gigantischen Magneten entstehen würde. Wenn es uns gelänge, den asmodischen Turm der Finsternis zu zerstören, würde dieses Feld zusammenbrechen und den Abyss für immer schließen.
Wenn wir den Turm der Finsternis zerstören, würden wir diese Welt nicht nur von der Existenz des finsteren, hässlichen asmodischen Makels befreien, sondern könnten dadurch auch unsere eigene Welt vor der Zerstörung bewahren, damit unser Volk endlich das ewige Paradies genießen kann, das uns Aion beschert hat!
Dies ist unsere letzte Prüfung, die letzte Hürde, die es zu nehmen gilt, bevor wir unsere wohlverdiente Belohnung ernten können. Wir müssen die Asmodier und ihr jämmerliches Land vernichten. Wir müssen Atreia retten.


